Zwischen Heimat und Exil

Peter Adalbert und Eva Felicie Silbermann

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Ich dachte, es geht um entfernte Verwandte …

Ich dachte, es geht um entfernte Verwandte …
Am 22. September 2026 kam ich kurz vor eins in der Landshuter Straße 28 in Berlin-Schöneberg an. Ich dachte zunächst, ich würde ein paar Fotos von einer Stolpersteinverlegung machen, bei der es um entfernte Verwandte geht. Mein Cousin Robert Risch klärte mich dann allerdings schnell auf: „Nein, nein – nicht entfernte Verwandte. Es geht um unsere Urgroßeltern!“ „Gerade Linie“, ergänzte Mike Rockelmann, Leiter der Peter-A.-Silbermann-Schule, kopfnickend und lächelnd.

Katrin und Robert Risch

Vor dem ehemaligen Wohnhaus von Peter Adalbert und Eva Felicie Silbermann wurden von Herrn Münkel zwei Stolpersteine verlegt. Meine Tante Katrin Risch, eine Enkelin der beiden, und Mike Rockelmann erinnerten in ihren Reden an das Leben und Wirken von meinem Urgroßvater Peter Adalbert Silbermann und meiner Urgroßmutter Eva Felicie Silbermann.

Dabei wurde mir bewusst, wie besonders die Lebenswege meiner Urgroßeltern waren. P. A. Silbermann gründete 1927 das erste Abendgymnasium Deutschlands und setzte sich zeitlebens für Bildung ein. Eva war Juristin und ging damit für eine Frau ihrer Zeit einen bemerkenswerten beruflichen Weg.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verloren beide ihre beruflichen und bürgerlichen Rechte. Sie mussten Deutschland verlassen und emigrierten schließlich 1937 in die USA. Dort begann für sie ein völlig neues Leben. P.A. starb bereits 1944 in Los Angeles. Eva hingegen baute sich dort noch einmal eine neue berufliche Existenz auf und wurde Psychotherapeutin.

Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier von Mia Kleinen am Cello. Sie spielte Werke von August Nölck, Johann Sebastian Bach und Gabriel Fauré.

Obwohl ich mich eigentlich nicht besonders gerne fotografieren lasse, wusste ich instinktiv, dass ich mich diesmal nicht drücken sollte. Also gab ich meine Kamera an meinen Cousin weiter und bat ihn, ein paar Fotos von mir zu machen (viertletztes Foto). Im Nachhinein muss ich allerdings zugeben: Ganz so ernst hätte ich vielleicht doch nicht gucken müssen. 😊

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